Dienstag, 14. Oktober 2014
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Heiße, salzige Tränen.
Heiße, salzige Tränen die in meine Augen geschossen kamen, von jetzt auf gleich.. und wie sie mir die Wangen runterliefen..heiss.
Und wie sie fast schon wieder kalt auf meine Hände aufprallten.
Und ich konnte nichts dagegen machen, sie nicht aufhalten.
Ich hatte keine guten Nachrichten erwartet.
Wie könnte ich? Nachdem ich am Abend davor ein paar Gesprächsfetzen meiner Eltern mitbekommen hatte. Und ja, ich kann mich noch an jedes einzelne Wort erinnern..
>> Du musst es ihnen sagen, wir sind eine Familie. <<, das waren die Worte meiner Mutter. Mein Papa gab nur ein zustimmendes Gebrummel von sich.
Ich dachte mir nichts schlimmes dabei.. vielleicht war etwas mit Opa? Nein. Hinterher ist man immer schlauer.
Nun saß ich da auf dem Boden, neben dem Körbchen unseres Hundes, streichelte ihr den Kopf. Meine Schwester neben mir.
Meine Mama gab meinem Papa einen kleinen Stoß in die Rippen. Doch er sagte nichts. Sie sah ihn an. Doch er sagte immer noch nichts. >> Papa hat Krebs. <<, das waren die Worte meiner Mutter. Kurz und schmerzlos.So wie sie es bei Pflastern immer machte. Kurz war diese Nachricht, aber schmerzlos wohl eher nicht. Ich weinte sofort, meine Schwester auch. Aber ich konnte es nicht glauben. Wie ? Ich hoffte es sei ein Spaß, wäre zwar ein schlechter aber lieber als mit dieser Tatsache leben zu müssen und lernen zu müssen damit umzugehn. Ich weiß nicht mehr was danach genau passierte. Weiß auch nicht was ich gesagt hab, vielleicht habe ich auch garnichts gesagt. Oder was die anderen gesagt haben. Danach hab ich mir meine Jacke und Schuhe angezogen und bin raus. Den Hund an die Leine und erstmal einfach nur raus. Was war als ich wieder kam weiß ich auch nicht mehr. Aber dafür kann ich mich an den wohl wichtigesten Moment mehr erinnern als mir lieb ist.